Myoarthropathien des Kausystems


Unter dem Begriff Myoarthropathien des Kausystems versteht man eine durch entzündliche und/oder degenerative Veränderung der Kaumuskulatur und/oder der Kiefergelenke verursachte Störung des stomatognathen Systems (Prof. Sandro Palla, Myoarthropathien des Kausystems und orofaziale Schmerzen).

Der myoarthropathische Schmerz ist eine häufige Ursache für Kopf-, Kiefer- und Gesichtsschmerzen. Hauptsächlich für den Schmerz verantwortlich sind tendomyotische Veränderungen der Kaumuskulatur, wobei  Frauen im Fertilitätsalter am häufigsten davon betroffen sind. Der Schmerz ist nicht nur auf den Kiefergelenksbereich beschränkt, sondern kann sich ebenso im Gesicht, den Zähnen, am Kopf oder im Nacken zeigen. Er kann von Parästhesien (Kribbeln) begleitet sein und wird oft durch Kauen, Gähnen, Kieferbewegungen oder Sprechen ausgelöst oder verstärkt. Es ist möglich, dass er am Morgen nach dem Aufwachen am stärksten ist und während des Tages abnimmt. Grund dafür kann Knirschen oder Pressen während der Nacht sein.

Um eine Myoarhtropathie abzuklären ist eine genaue Schmerzanamnese notwendig. Weiter untersuche ich Kiefergelenke und Kaumuskulatur  und prüfe die Funktion der Unterkieferbeweglichkeit. Geschaut wird, ob die Unterkieferbeweglichkeit eingeschränkt ist, ob Kiefer und/oder Kaumuskulatur druckschmerzhaft sind und ob Kiefergeräusche bestehen.

Die Behandlung dieser Schmerzen findet auf verschiedenen Ebenen statt. Neben gezielter Entspannung sind das Lösen der Muskulatur mit Hilfe der Craniosacralen Therapie und physiotherapeutischen Übungen sinnvoll. Im Falle von Knirschen und Pressen kann eine zusätzliche Schienentherapie indiziert sein.

 
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