Burnout

Aktualisiert: 17. Feb 2019


Es trifft Managerinnen ebenso wie Hausmänner, Lehrerinnen, Pflegefachleute, Jurist(innen), Zahnärzt(innen) – kurz – Persönlichkeiten, die sich sehr stark engagieren, ehrgeizig und pflichtbewusst sind. Ausgebrannt sein, völlige Kraftlosigkeit, Erschöpfung bis an die Grenze des Nervenzusammenbruchs. Das so genannte Burnout-Syndrom ist eine Erkrankung unserer schnelllebigen Zeit, die  Menschen vollkommen auslaugt. Betroffen sind der Körper ebenso wie die Seele. Mehr als bei vielen anderen Erkrankungen brauchen die Betroffenen eine ganzheitliche Betreuung, um wieder auf die Beine zu kommen.


Burnout ist ein schwer fassbarer Begriff. Chronische Müdigkeit, Energiemangel, psychosomatische Reaktionen - mehr als 130 verschiedene Anzeichen gibt es für das Phänomen. Meist werden Burnout-Symptome zu spät erkannt. Das Ausbrennen ist ein langsamer, schleichender Prozess, bei welchem der Körper irgendwann ein Ventil sucht und krank wird, weil die Seele nicht mehr mitspielt.


Nur wer brennt, brennt aus


Jeder zweite Lehrer in Deutschland wird aus psychischen Gründen arbeitsunfähig, bevor er in Pension geht. Das "Burnout-Syndrom", die totale psychische und oft auch körperliche Erschöpfung, trifft vor allem Menschen, die eigentlich ein starkes Engagement für ihren Beruf haben sich aber oft gnadenlos unter Erfolgs- und Durchhaltedruck setzen und damit ihre Kräfte überfordern. Im Moment findet an der Universität Regensburg eine Studie statt mit dem Thema: Atemtherapie gegen Stress und Burnout bei Lehrerinnen und Lehrer.


Therapeutische Ansätze bei Burnout


Menschen mit Burnout neigen stark dazu, sich für andere Menschen aufzuopfern, oft sogar bis zur Selbstaufgabe. Das emotionale Erleben flacht ab, soziale Kontakte verringern sich, das Gefühl starker Erschöpfung wird zum ständigen Begleiter.

Dies geschieht meist in einem schleichenden Prozess. Wenn jemand permanent unter starkem Stress steht, bleiben die Stresshormone - dazu gehören zum Beispiel Adrenalin, Noradrenalin und Cortison - auf einem unnatürlich hohen Niveau im Körper. Dadurch werden alle Stressreize sensibler wahrgenommen und im Körper verstärkt umgesetzt. Dies kann sich in körperlichen Beschwerden, wie zum Beispiel Magen-Darm-Problemen äussern. Auch das Atemsystem kann mit Luftnot und Atembeschwerden und das Herz-Kreislauf-System mit Bluthochdruck, Herzrasen oder Herzstolpern reagieren. Häufig ergeben sich auch Ohrgeräusche und Tinnitus als  Folge von einem Hörsturz. Diese Symptome sind durch gezielten Stressabbau zu lindern.

Mein Ziel in der Therapie ist es in erster Linie, das autonome Nervensystem wieder in Einklang zu bringen.

Hier verhilft die Craniosacral-Therapie zu einer tiefen Entspannung, wirkt sie doch ausgleichend auf Sympathikus und Parasympathikus.

Wichtig ist es, sich jetzt Zeit zum „Luft holen“ zu nehmen. Atmung und geistig-seelische Verfassung sind untrennbar verbunden. Falsches, vor allem zu flaches Atmen kann zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff führen und den Körper in seiner Leistungsfähigkeit und seinem Wohlbefinden massiv beeinträchtigen.

Eine Atemtherapie bringt Körper und Seele in Einklang. In der Atembehandlung werden Blockaden gelöst, mit dem Ziel, dem Atem das freie Fliessen wieder zu ermöglichen. Ein ruhiger, tiefer Atem beeinflusst zwangsläufig auch die Herztätigkeit und den Puls. Der Atem wird vegetativ gesteuert und wirkt  seinerseits auf das Vegetativum. Stresssymptome lassen nach und Verspannungen lösen sich. Während der Behandlung lernt der Behandelte nach und nach, seine volle Atemkapazität zu nutzen und erfährt den Atem als Quelle der Erholung und der Kraft. Im Alltag hilft die Atemtherapie, auch in belastenden Situationen ruhig und gelassen zu bleiben und die Stresskaskade kommt so gar nicht erst ins Laufen.

Ergänzt wird die Atembehandlung mit Atemübungen, welche  teils mit Entspannungs- und Kräftigungsübungen, mit dynamisch gestalteten  Bewegungen und mit konzentrativ-meditativer Schulung verknüpft werden.

Zusätzlich wohltuend sind pflanzliche Produkte, wie Tees oder Tinkturen, welche nach individuellen Bedürfnissen zusammengestellt werden. Je nachdem sind diese stimmungsausgleichend, aufhellend oder beruhigend.


Studie

Thomas Loew, Katja Götz, Regina Hornung, Karin Tritt: Die AFA-Atemtherapie als Burnout-Prophylaxe bei Lehrerinnen und Lehrern. Forschung Komplementärmedizin 2009; 16:000-000, DOI: 10.1159/000212845. 9 von 11 Skalen zeigen signifikante Unterschiede zwischen den Veränderungswerten von behandelten und unbehandelten Gruppen. wissenschaftliche Veröffentlichung vom April 2009 kann bei Karger Verlag www.karger.com erworben werden.

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